Archiv der Kategorie: Steckbriefe

Steckbrief: Münchens Untergrund „Krokodil“

Die MVG besitzt für den Bau- und Bahndienst im Netz der U-Bahn zwei Elektroloks von Kaelble und Gemeinder. Sie besitzen die Nummern 8951 und 8952.

Die Stromzufuhr erfolgt über die Stromschiene der Münchner U-Bahn. Doch besitzen die Fahrzeuge auch noch Akkumulatoren, die über die Stromschiene aufgeladen werden können, um auch bei abgeschaltetem Strom auf dem Streckennetz zu verkehren und um außerdem auf dem Anschlussgleis zur DB zu verkehren. 

 Eine der beiden Betreibslokomotiven auf Durchfahrt durch den U-Bahnhof Sendlinger Tor



Die Lokomotiven wurden 1989 (8951) und 1996 (8952) hergestellt und geliefert. Wegen ihrer typischen Form bekamen sie relativ schnell den Spitznamen Krokodil. Sie ersetzten die Diesellokomotiven 8901 bis 8903 (8903 noch als Reserve vorhanden).

Die maximal Leistung der Lokomotiven, erbracht durch einen Drehstrommotor, liegt bei 380 kW, somit sind sie um einiges stärker als ihre Vorgänger. Die durch den Motor geleistete Höchstgeschwindigkeit liegt bei 40 km/h. 

 Auf dem Weg zu einer Streckenstörung zwischen Gern und Olympia-Einkaufszentrum

Das Gesamtgewicht liegt bei 8951 bei 44,2 Tonnen und bei 46,6 Tonnen bei 8952. Ihre Länge ist bei beiden Lokomotiven gleich lang – 13,44 Meter.

Als Besonderheit besitzt die Baureihe sowohl eine, für die U-Bahn notwendige, Scharfenbergkupplung, als auch klassische, DB-typische Zug- und Stoßeinrichtung. 

 Blick auf die Zug- und Stoßeinrichtung eines Münchner Krokodils

  Nachschuss auf 8951 mit einem der beiden Münchner Hubsteiger für Tunnelrevisionen

Leider sieht man, wie alle Münchner U-Bahndienstfahrzeuge, die Akkuloks, wegen der nächtlichen Betriebssperrung, eher selten im U-Bahnnetz. Nur bei Störungen kommen sie aus ihrem Loch gekrochen, wie am 7.9.2015 wegen einer Störung zwischen Gern und OEZ.

Steckbrief: Der Olympiatriebzug ET 420 „Back in Munich“

Die Baureihe 420 der DB AG wurde für die S-Bahn-Systeme in München, Frankfurt und Stuttgart entwickelt.

ET 420 001, der Erstling der Baureihe, bei einer Sonderfahrt
ET 420 001, der Erstling der Baureihe, bei einer Sonderfahrt
 
Der Olympiatriebzug fuhr und fährt in München, Frankfurt, Stuttgart, Rhein-Ruhr und sogar in Stockholm.

Es wurden 480 Fahrzeuge in 8 Bauserien hergestellt. Derzeit sind circa 200 Einheiten noch im Bestand.
Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 120 km/h. Er hat eine Länge von 67 Metern und eine Breite von 3 m. Sein Gewicht schwankt je nach Bauserie zwischen 130 bis 140 Tonnen. Im 420 können 194 Fahrgäste sitzend Platz nehmen.
Es können maximal 3 Einheiten in einem Zugverband verkehren. Jeder Triebwagen verfügt über eine 1. Klasse, außer Triebwagen die in München betrieben werden, da dort die S-Bahn zu stark frequentiert ist.

Der ET 420 ist derzeit noch in den Bahnbetriebswerken Essen, Frankfurt und Plochingen beheimatet. Ebenso sind jetzt wieder ein paar Fahrzeuge in München stationiert, da ab Fahrplanwechsel 2015 die Strecke Dachau – Altomünster wieder eröffnet wird. Die ehemals dieselbetriebene S-Bahn-Linie A von Dachau nach Altomünster wurde im letzten Jahr elektrifiziert und wird ab Dezember 2014 als Flügellinie der S2 mit ET420 betrieben werden. Ehemalige Betriebswerke in denen die Baureihe ein langjähriges Zuhause hatte, waren Düsseldorf, Esslingen und Stockholm.

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Steckbrief: Münchens T-Wagen alias Avenio

Der Münchner  T1.6 ist eine vierteilige Straßenbahn von Siemens und wird unter dem Namen Avenio vermarktet

Die MVG (Münchner Verkehrsgesellschaft) bestellte 2012 acht Fahrzeuge dieses Typs. Es  wurden dringend neue Fahrzeuge benötigt, nur wollten sie nicht die Option auf weitere Variobahnen von Stadler ziehen, da die MVG wie man hört viele Probleme mit diesem Fahrzeugtyp hatten.

 

Avenio 2805 auf der Linie 19 am Lenbachplatz
Avenio 2805 auf der Linie 19 am Lenbachplatz
Der Avenio ist ein vierteiliger Einzelgelenkwagen, wie der Münchner R3. Er ist eine Weiterentwicklung des Siemens Combino. Der T-Wagen besitzt im Gegensatz zum R3-Wagen 8 statt 6 Türen zum schnelleren Fahrgastwechsel.  Sechs der  acht Fahrzeuge wurden schon im Dezember 2013 geliefert die restlichen Zwei folgten im Frühjahr 2014. Die Wagen sind mit den Fahrzeugnummern 2801 bis 2808 fortlaufend nummeriert. Er hat eine Länge von 37m, eine Höhe von 3,5 m ,eine Breite von 2,30m und seine Höchstgeschwindigkeit beträgt 60 km/h. Der Avenio hat 69 Sitzplätze  (mit Klappsitzen) und circa 150 Stehplätze. Ebenso sind die Fahrzeuge mit einem Hublift für Behinderte und einer Klimaanlage ausgerüstet.

Außer München bestellte auch noch Den Haag 60 (Option auf weitere 20) vierteiligen Fahrzeuge und Quatars Hauptstadt Doha 19 Fahrzeuge. Der Avenio in Doha wird auf einer komplett oberleitungslosen Strecke mit einem speziellen Akkusystem von Siemens namens Sitras HES betrieben werden.

Die MVG  will wahrscheinlich in den nächsten Jahren einen zwei- beziehungsweise dreiteilig Fahrzeugtyp bestellen, der in Doppeltraktion betrieben werden kann. Später will sie ein modulares Fahrzeugkonzept da drauf aufbauen. Der Avenio könnte dafür bestellt werden, da es ihn auch in zwei- und dreiteilig gibt. Siemens hat auf diesem Produkt schon ein modulares Konzept emtwickelt.

Es sind derzeit schon drei Avenios im Fahrgasteinsatz auf der Linie 19, dies sind 2804, 2805 und 2807.

Update 9.11.14: Es befindet sich jetzt auch wieder 2803 nach einem kleinen Unfall im Fahrgasteinsatz.

Update 2.1.15: Jetzt sind alle 8 Avenios im Fahrgasteinsatz.