Die Rittner Schmalspurbahn

Im wunderschönen Südtirol auf fast 1000 Metern über dem Meeresspiegel liegt Oberbozen, der Startpunkt der Rittner Schmalspurbahn, die Teil des Südtiroler Verkehrsverbundes ist.

Wagen 24 im Endbahnhof Klobenstein
Wagen 24 im Endbahnhof Klobenstein
Wir starten mal wieder in der Vergangenheit:

Im Jahre 1907 wurde erstmals von Bozen aus hinauf auf den Ritten, genauer gesagt nach Maria Himmelfahrt eine Zahnradbahn gebaut, um die Berge rund um Bozen für den Tourismus zugänglich zu machen. Im selben Jahre wurde zur örtlichen Erschließung des Ritten eine Straßenbahn gebaut. Diese führt von Maria Himmelfahrt über Oberbozen nach Klobenstein. Früher konnte man, indem vor den Triebwagen der Straßenbahn eine Zahnradbahnlokomotive gespannt wurde, direkt von Bozen bis nach Klobenstein fahren. 1966 kam dann jedoch das Aus für die Zahnradbahn und sie wurde durch eine klassische Seilbahn ersetzt. Seitdem kann man von Bozen, ohne Wartezeit, nach Oberbozen fahren.

Die Funivia del Reno fährt alle 4 Minuten von Bozen nach Oberbozen
Die Funivia del Reno fährt alle 4 Minuten von Bozen nach Oberbozen

Zwei Gondel der Rittner Seilbahn auf dem Weg ins Tal oder auf den Ritten
Zwei Gondel der Rittner Seilbahn auf dem Weg ins Tal bzw. auf den Ritten

Triebwagen 11 der Rittner Straßenbahn
Triebwagen 11 der Rittner Straßenbahn

Die Spurweite der Rittner Straßenbahn beträgt 1000mm, also eine klassische Meterspurbahn. Die Betriebsspannung beträgt 800 Volt Gleichstrom und erfolgt über eine Oberleitung mit Rückleitung über die Schienen.  Der Betriebsmittelpunkt der Schmalspurbahn liegt in Oberbozen, wo es seit 2014 eine neue Wagenhalle mit Werkstattgleisen gibt. Außerdem gibt es noch eine Wagenhalle in Klobenstein.

Blick in die Wagenhalle in Klobenstein. Links steht Wagen 23 der sich noch im Design der Trognerbahn bzw. Appenzeller Bahn befindert. Rechts ein zweiachsiger Triebwagen aus der Anfangszeit
Blick in die Wagenhalle in Klobenstein. Links steht Wagen 23 der sich noch im Design der Trognerbahn bzw. Appenzeller Bahn befindert. Rechts ein zweiachsiger Triebwagen aus der Anfangszeit

Die neue Waggenhalle in Oberbozen
Die neue Wagenhalle in Oberbozen

Triwbwagen 11 vor der Wagenhalle von Klobenstein
Triebwagen 11 vor der Wagenhalle von Klobenstein
Der Betrieb wird hauptsächlich von den Triebwagen BDe 4/8, ehemals Trognerbahn in der Schweiz, betrieben. Doch kommen auch immer wieder für ein paar Stunden ältere Triebwagen auf die Strecke und übernehmen den Kurs einer der zwei modernen Triebwagen. Die Strecke zwischen Klobenstein und Bozen wird im 30 Minuten Takt gefahren. Wie schon erwähnt ist die Strecke Teil des Südtiroler Verkehrsverbundes und wird von der SAD betrieben.

Triebwagen 2 in der Ausweiche in Lichtenstern
Triebwagen 2 in der Ausweiche in Lichtenstern

Logo der Betreibergesellschaft auf einem der beiden Triebwagen
Logo der Betreibergesellschaft auf einem der beiden Triebwagen
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Die Triebwagenbaureihe BDe 4/8 erledigt den Großteil der Fahrten auf der Rittner Schmalspurbahn. Es befinden sich drei Fahrzeuge dieser Baureihe auf dem Ritten. BDe 4/8 21, 23, 24. Die Triebwagen sind ursprüglich von der Trognerbahn einer Tochtergesellschaft der Appenzeller Bahn.

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Sie bestehen aus zwei Triebwagenhälften, die untereinander kurzgekuppelt sind. Außerdem sind sie nicht durchgänig. Hergestellt wurden sie von FFA Altenrhein und BBC (Brown, Boveri & Cie). Ihre Achsfolge lautet Bo’Bo’+2’2′. Das bedeutet, dass eine Hälfte des Triebwagen ein Motorwagen ist und die andere Hälfte nur ein Steuerwagen. Auf dem Motorwagen befindet sich auch der Pantograf, sowie eine Ladetür für Güter und Kinderwagen.

Hier sieht man sehr schön die beiden Triebfahrzeughälften
Hier sieht man sehr schön die beiden Triebfahrzeughälften

Der Pantograf des BDe 4/8 24
Der Pantograf des BDe 4/8 24
Während 21 und 24 fester Bestandteil der Fahrzeuge sind, die im Fahrgasteinsatz eingesetzt werden, ist BDe 4/8 23 lediglich Reserve und befindet sich auch noch in seiner Originalfarbgebung in Orange/Weiß.

Triebwagen 23 als Reserve in der Remise in Klobenstein
Triebwagen 23 als Reserve in der Remise in Klobenstein

BDe 4/8 24 im Profil
BDe 4/8 24 im Profil

Der Führerstand der Baureihe BDe 4/8
Der Führerstand der Baureihe BDe 4/8

Motorwagenhälfte des Triebwagen 24
Motorwagenhälfte des Triebwagen 24
Ab auf die Strecke:

Streckenverlauf der Rittner Schmalspurbahn
Streckenverlauf der Rittner Schmalspurbahn
Die Hauptstrecke besteht aus der Strecke von Oberbozen über die Ausweiche Lichtenstern nach Klobenstein. Die Strecke Oberbozen – Maria Himmelfahrt wird dagegen nur werktags und auch nur 6 mal am Tag befahren. In Klobenstein befindet sich eine 4-gleisige Wagenhalle in der die Betriebsreserve und ein paar ältere Fahrzeuge abgestellt sind. Der Bahnhof Klobenstein ist zweigleisig und das Bahnhofsgebäude ist ein imposantes Steingebäude.  In Klobenstein kann außerdem in die Buslinien 165 und 166 umgestiegen werden.

Bahnhofsschild in Klobenstein
Bahnhofsschild in Klobenstein

Plakete zum 100-jährigen Jubiläum
Plakete zum 100-jährigen Jubiläum

Wagen 24 in Klobenstein
Wagen 24 in Klobenstein
Danach geht es unter einer Straßenbrücke hindurch auf dem Weg nach Weidacher, eine der neueren Bedarfshaltestellen.

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Nach dem Bahnhof von Klobenstein durchfährt der Zug eine Steinbrücke, der darüberligenden Straße
Nach dem Bahnhof von Klobenstein durchfährt der Zug eine Steinbrücke, der darüberligenden Straße
Hinter Weidacher folgt die Bedarfshaltestelle Ebenhof.

Blick durch den Führerstand auf die Strecke
Blick durch den Führerstand auf die Strecke
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Die nächste Haltestelle ist Rappersbichl beziehungsweise Rappersbühl – Der Streckenplan und das Stationsschild zeigen unterschiedliche Namen. Diese Haltestelle ist ein Pflichthalt.

Stationshaus von Colle Renon (dt. Rappersbühl)
Stationshaus von Colle Renon (dt. Rappersbühl)

Warnschild an einem Bahnübergang
Warnschild an einem Bahnübergang
Darauf folgt die einzige Ausweiche im Streckennetz Lichtenstern. Der Zug richtung Klobenstein hält auf dem Stationshaus zugewandtem Gleis und der Wagen richtung Oberbozen hält auf dem abgewandten Gleis.

Begegnug mit Triebwagen 21 auf dem Weg nach Oberbozen
Begegnug mit Triebwagen 21 auf dem Weg nach Oberbozen

Triebwagen 2 in Lichtensern
Triebwagen 2 in Lichtenstern

Blick auf die Ausweiche in Lichtenstern
Blick auf die Ausweiche in Lichtenstern

Erneute Begegnung mit Triebwagen 21, aber diesmal auf dem Weg nach Klobenstein
Erneute Begegnung mit Triebwagen 21, aber diesmal auf dem Weg nach Klobenstein
Hinter Lichtenstern liegt die Haltestelle Wolfsgruben. Sie wird ebenso wie Rappersbichl und Lichtenstern bei jeder Fahrt angefahren. Im Anschluss folgen noch die beiden Bedarfshaltestellen Rinner und Linzbach, bis dann der Bahnhof in Oberbozen erreicht wird. Aus Richtung Klobenstein liegt die neue Werkstatthalle rechts neben dem Streckengleis. In Oberbozen befindet sich ebenfals ein Steingebäude als Bahnhof.

Ausfahrt aus dem Bahnhof Oberbozen in Richtung Maria Himmelfahrt
Ausfahrt aus dem Bahnhof Oberbozen in Richtung Maria Himmelfahrt

Linkskurve in Richtung Oberbozen
Linkskurve in Richtung Oberbozen

Weichengewirr im Gleisvorfeld der Haltestelle Oberbozen
Weichengewirr im Gleisvorfeld der Haltestelle Oberbozen
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BDe 4/8 bei der Einfahrt in den Bahnhof Oberbozen
BDe 4/8 bei der Einfahrt in den Bahnhof Oberbozen

Halt in Oberbozen
Halt in Oberbozen
Direkt neben dem Bahnhof der Straßenbahn liegt die Bergstation der Rittner Seilbahn. Die meisten Züge enden in Oberbozen, doch ein paar fahren auf der fotografisch schönsten Strecke der Rittner Bahn nach Maria Himmelfahrt weiter.

Strecke nach Maris Himmelfahrt
Strecke nach Maria Himmelfahrt

Blick ins Tal
Blick ins Tal

Bahnübergang auf der Strecke Oberbozen - Maria Himmelfahrt
Bahnübergang auf der Strecke Oberbozen – Maria Himmelfahrt

Einfahrt in den zweigleisigen Bahnhof Maria Himmelfahrt
Einfahrt in den zweigleisigen Bahnhof Maria Himmelfahrt
In Maria Himmelfahrt befindet sich das einzige noch originale Stationshaus und ein kleiner Wagenunterstand. Direkt hinter dem Prellblock, der das Ende der Rittner Bahn anzeigt, fuhr vor 1966 die Zahnradbahn ab.

Treibwagen 24 in Maria Himmelfahrt
Triebwagen 24 in Maria Himmelfahrt

Stationsschild von Maria Himmelfahrt bzw. Maria Assunta
Stationsschild von Maria Himmelfahrt bzw. Maria Assunta
Zum Abschluss noch ein paar Bilder des Triebwagen  11 aus dem Jahre 1907, der zur Zeit nicht im Fahrgasteinsatz ist, sondern als Bahndienstfahrzeug verwendet wird:

Triebwagen 11 und 24 im BAhnhof Klobenstein
Triebwagen 11 und 24 im Bahnhof Klobenstein

Triebwagen 11 bei der Fahrt aus der Wagenhalle
Triebwagen 11 bei der Fahrt aus der Wagenhalle

Auf dem Triebwagen 11 befindet sich sogar noch ein Lyra-Bügel
Auf dem Triebwagen 11 befindet sich sogar noch ein Lyra-Bügel
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Fahrwerk des Altbau-Triebwagens
Fahrwerk des Altbau-Triebwagens

Der 11er in seiner ganzen Pracht
Der 11er in seiner ganzen Pracht

Eine klassische Straßenbahn-Mittelpufferkupplung
Eine klassische Straßenbahn-Mittelpufferkupplung
 

Ich bedanke mich vielmahls bei Martin Broy, der mir bei meinem Besuch der Rittner Schmalspurbahn viel erzählt und gezeigt hat.

Modellbahnfans finden auf der Facebook-Seite der Rittner – Modell-Bahn noch Wissenswertes.

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3 Kommentare zu „Die Rittner Schmalspurbahn“

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