Die älteste Hochgebirgsbahn Deutschlands – Die Wendelsteinbahn

1910 begann der Bau einer Zahnradbahn auf den Wendelstein. Die Idee kam von Otto von Steinbeis, einem Industriellen, der in Bosnien ein eigenes Kleinbahnnetz betrieb. Der Bau dauerte über zwei Jahre und wurde von 800 Arbeitern bewältigt. Sie mussten allein sieben Tunnel, acht Galerien und zwölf Brücken bauen.

Einer der zwei Triebwagen der Wendelsteinbahn in der Talstation
Einer der zwei Triebwagen der Wendelsteinbahn in der Talstation
Frontansicht des Triebwagens mit 100 Jahre Wendelsteinbahn Plakete
Frontansicht des Triebwagens mit „100 Jahre Wendelsteinbahn 1912-2012“ Plakete
Am 12. Mai 1912 fuhr der erste Zug der neu eröffneten Wendelsteinbahn. Somit ist die Wendelsteinbahn die älteste Hochgebirgsbahn Deutschlands und die älteste Zahnradbahn Bayerns.

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Betrieben wird die Zahnradbahn mit zwei modernen Doppeltriebwagen der Bauart Beh 4/8, die von SLM Winthertur und Siemens hergestellt wurden. Sie verrichten seit 1990 verlässlich ihre Arbeit. Getauft sind die beiden Wagen auf die Namen Otto von Steinbeis (Beh 4/8 12) und Prinzregent Luitpold (Beh 4/8 11), der die damaligen Entwürfe der Bahn unterschrieb und den Bau anordnete.

Beh 4/8 12 in der Bergstation der Wendelsteinbahn
Beh 4/8 12 in der Bergstation der Wendelsteinbahn
Kennzeichnung der Baureihe sowie Triebwagen-Nummer
Kennzeichnung der Baureihe sowie Triebwagen-Nummer
Taufname von Beh 4/812
Taufname von Beh 4/812
Der Prinzregent höchstpersönlich auf dem Wendelstein
Der Prinzregent höchstpersönlich auf dem Wendelstein
Beh 4/8 11 getauft auf den Namen Prinzregent Luitpold
Beh 4/8 11 getauft auf den Namen Prinzregent Luitpold
Blick von Gleis 2 des Bergbahnhofs auf den Treibwagen Otto von Steinbeis
Blick von Gleis 2 des Bergbahnhofs auf den Treibwagen Otto von Steinbeis
Die Strecke beträgt 7,66 Kilometer, seit der Verlegung des Talbahnhofs von Brannenburg nachWaching, und ist auf 6,15 Kilometern mit Zahnstange des System Strub versehen. Die Spurweite der Wendelsteinbahn beträgt 1000mm, somit ist die ällteste Hochgebirgsbahn Deutschland nicht nur eine Zahnradbahn sondern auch eine Schmalspurbahn. Der Betriebsmittelpunkt befindet sich im Talbahnhof in Waching, in dessen Nähe auch die Werkstatt der Wendelsteinbahn liegt.

Schienenabschnitt in der Bergstation mit Zahnstange des System Strub
Schienenabschnitt in der Bergstation mit Zahnstange des System Strub
Beginnen wir also jetzt unsere Fahrt auf den Wendelstein:

Streckenverlauf - Halt in Aipl und Mitteralm nur auf Verlangen
Streckenverlauf – Halt in Aipl und Mitteralm nur auf Verlangen

In der Talstation von Waching (508m ü. n.N.) steht meist schon einer der beiden Triebwagen bereit. Nachdem wir ein Ticket für Hin- und Rückfahrt gelöst haben begeben wir uns in den bereitstehenden Triebwagen. Man beachte bitte die an der Triebwagenaußenwand stehenden Taufnamen. Bei dieser Fahrt gibt uns Otto von Steinbeis die Ehre. Die Kilometrierung der Strecke beginnt bei 2,29 km, da die ehemalige Strecke nach Brannenburg am Inn, wegen der Kreuzung mit der vielbefahrenen Rosenheimer Straße, stillgelegt wurde. Die Fahrt beginnt und nach kurzer Zeit zweigt eine kleine Stichstrecke zur Werkstatt der Wendelsteinbahn ab. Kurz danach bei Kilometer 2,7 beginnt der erste Zahnstangenabschnitt hinauf nach Aipl.

Blick aus "Otto von Steinbeis" auf den ersten Zahnradbahnabschnitt
Blick aus „Otto von Steinbeis“ auf den ersten Zahnradbahnabschnitt
Wir passieren den aufgelassenen Haltepunkt Gembachau, von dem man allerdings nicht mehr viel erkennen kann. Kurz vor dem Bahnhof Aipl endet der erste Zahnstangenabschnitt und der Zug fährt wieder normal als Adhäsionsbshn. Im Bahnhof Aipl (980 m ü. n.N.) besteht eine Ausweiche, in der wir auf den entgegenkommenden Zug treffen, in diesem Fall Beh 4/8 Prinzregent Luitpold.IMG_1124

Kurzes Treffen der beiden Triebwagen in Aipl
Kurzes Treffen der beiden Triebwagen in Aipl
Nach dem Treffen in Aipl geht es weiter bis Streckenkilometer 7, dort beginnt der zweite Zahnstangenabschnitt den die Bahn bis hinauf zum Wendelstein nicht mehr verlässt. 500 Meter später treffen wir auf die Mitteralm, bei der auf Bedarf zu- und ausgestiegen werden kann. Der Halt zieht sich etwas hin, da hier meist Wanderer und Touristen zusteigen, was im 1 Kilometer entfernten Bahnhof Aipl eher nicht der Fall ist.

In Mitteralm ist die 1000m Marke schon weit überschritten
In Mitteralm ist die 1000 Marke schon weit überschritten
Nun kommen eine Reihe von Tunneln und Lawinenüberbauungen, bis wir die Hohe Mauer passieren, das größte Überwerfungsbauwerk auf der Strecke. Auf ihr hat man einen wunderschönen Blick ins Tal, also wenn man das Glück hat auf der linken Seite zu sitzen. Wenn nicht ist der Blick auf der rechten Seite auf den Gipfel des Wendelsteins auch nicht schlecht.

Blick auf die Hohe Mauer - Es liegt sogar noch Schnee!
Blick auf die Hohe Mauer – Es liegt sogar noch Schnee!
Danach durchfährt der Zug Tunnel 6 und 7 und gelangt in den Bergbahnhof auf dem Wendelstein.

WENDELSTEIN...
WENDELSTEIN…
...BAHN
…BAHN
Beh 4/8 gönnt sich eine wohl verdiente kurze Pause, bis es wieder ab ins Tal geht
Beh 4/8 gönnt sich eine wohl verdiente kurze Pause, bis es wieder ab ins Tal geht
Hier heißt dann: "Endstation bitte alle aussteigen!"
Hier heißt es dann: „Endstation bitte alle aussteigen!“
zweigleisige Bergstation der Wendelsteinbahn
Zweigleisige Bergstation der Wendelsteinbahn
Auf dem Wendelstein lockt dann der Panorama Rundweg, auf dem man von München bis zum Alpenhauptkamm blicken kann, oder die Wendelsteinhöhle, in der es viel zu entdecken gibt. Ebenso haben Studenten der Münchner LMU die Möglichkeit das Observatorium zu Besuchen.

Blick vom Wendelstein
Blick vom Wendelstein
Bei gutem Hinsehen sieht man sogar mit Glück einen Integral-Triebwagen der Bayrischen Oberlandbahn (BOB), die Bayrischzell, Tegernsee und Schliersee sowie Lengriess und Holzkirchen mit München verbindet.
Bei gutem Hinsehen sieht man sogar mit Glück einen Integral-Triebwagen der Bayrischen Oberlandbahn (BOB), die Bayrischzell, Tegernsee und Schliersee sowie Lengriess und Holzkirchen mit München verbindet.
Als weitere Option zur Bergfahrt auf den Wendelstein bittet sich die Wendelstein-Seilbahn, die von Osterhofen nahe Bayrischzell hinauf zum Gipfel fährt

Eine der beiden Gondeln der Wendelstein-Seilbahn auf Bergfahrt
Eine der beiden Gondeln der Wendelstein-Seilbahn auf Bergfahrt
Kurz vor dem Eintreffen in die Bergstation
Kurz vor dem Eintreffen in die Bergstation
Die Wendelstein-Seilbahn-Bergstation
Die Wendelstein-Seibahn-Bergstation
Treffen der beiden Gondeln am Mittelpfosten
Treffen der beiden Gondeln am Mittelpfosten
Die Gondeln sind gut besucht
Die Gondeln sind gut besucht
Nach dem wir uns ausgiebig auf dem Wendelstein umgesehen haben, begeben wir uns wieder in den Bahnhof, in dem schon Prinzregent Luitpold ungeduldig auf uns wartet.

Stationsuhr der Bergstation
Stationsuhr der Bergstation
Blick auf die Tunneleinfahrt - hier heißt es erstmal 15 km/h
Blick auf die Tunneleinfahrt – hier heißt es erstmal 15 km/h
Front der einen Hälfte des Doppeltriebwagens - man beachte die Scharfenbergkupplung, die meist unbenützt ist, da im Betrieb weder die beiden Triebwagen noch weitere Wagen angekoppelt werden
Front der einen Hälfte des Doppeltriebwagens – man beachte die Scharfenbergkupplung, die meist unbenützt ist, da im Betrieb weder die beiden Triebwagen noch weitere Wagen angekoppelt werden
Seine Durchlaucht Beh 4/8 11 alias Prinzregent Luitpold
Seine Durchlaucht Beh 4/8 11 alias Prinzregent Luitpold
Blick auf beiden Hälften des DTW
Blick auf beiden Hälften des DTW
Auf der Rückfahrt begegnet uns in Aipl wieder das Pandent zum Prinzregenten…

Kurzer Stopp in Aipl - der talwärts fahrende Zug trifft als erstes ein
Kurzer Stopp in Aipl – der talwärts fahrende Zug trifft als erstes ein
In der Talstation lassen sich noch Zahnradfahrgestelle und eine Modellnachbildung eines Museumstriebwagen bewundern.IMG_1144

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2 Kommentare zu „Die älteste Hochgebirgsbahn Deutschlands – Die Wendelsteinbahn“

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